Über uns

Liebe Mitglieder unserer Kirchgemeinde

Leider sind die Möglichkeiten uns zu begegnen zur Zeit eingeschränkt. Das ist sehr schade, aber notwendig um Leben zu schützen. Wir machen uns Sorgen um die Gesundheit lieber Menschen und vielleicht auch um die eigene Gesundheit. Die Kontaktbeschränkungen machen einsam. Liebe Menschen, die nicht mit in meiner Wohnung leben, darf ich nicht mehr umarmen. Das fehlt mir. Eine Hochzeitsfeier musste abgesagt werden. Ich hatte mich sehr auf das Wiedersehen mit meinen Nichten und meiner Schwester gefreut. Wie wird die Geburt meines dritten Enkelkinds verlaufen? Darf sein Vater dabei sein? Welche wirtschaftlichen Folgen werden auf uns zukommen?

Fragen über Fragen, Unsicherheiten über Unsicherheiten, Sorgen über Sorgen.

Gesten war ich zur Gottesdienstzeit in der Wiederitzscher Kirche. Die Glocken läuten. Sonst kommen liebe und treue Gemeindeglieder. Wir singen und beten gemeinsam, hören auf Worte der Bibel und lassen uns von Gottes Wort innerlich bewegen. Diesmal bin ich allein. Das ist kein schönes Gefühl für eine Pfarrerin. Die Sonne scheint auf den Altar. Mein Blick wandert zu den Kerzen. Trotz Sonnenschein sehe ich das zarte Leuchten der Kerzen. Mein Blick wandert auf die lila Altarbehänge und auf das Kreuz. Passionszeit: Zeit der Stille, des Nachdenkens, Zeit des Leidens. Innerlich gehen wir den Weg von Jesus mit. Er ist an der Seite aller, die leiden. Gott ist an der Seite aller Menschen, die Sorgen haben, die krank sind, leiden, sterben: Corona-Patienten auf Intensivstationen, Flüchtlinge an der griechischen Grenze, Einwohner von Zagreb nach dem Erdbeben. Gott ist an der Seite von Menschen, die sich für andere einsetzen bis an die Grenze ihrer Kraft. Gott ist an ihrer Seite. Gott ist an unserer Seite. Passion: Gott leidet mit. Gott leidet mit Jesus. Gott leidet mit uns.

Mein Blick wandert nach oben: mein Blick fällt auf Christus, den Auferstandenen. Daniel Gruber aus Halle hat diese Figur Ende des 17. Jahrhunderts geschnitzt. Mit seiner Siegesfahne steht der Auferstandene im strahlend goldenen Kranz, leicht und schwebend in göttlichem, himmlischem Licht. Das ist die Hoffnung, die von Ostern her leuchtet: Hoffnung auf Leben.

Die Karwoche und das Osterfest werden wir in diesem Jahr wohl sehr still feiern. Und doch sind wir verbunden im Gebet und in Hoffnung.

Ihre Pfarrerin Dorothea Arndt
23. März 2020

Die Kirchgemeinde Podelwitz-Wiederitzsch

Unsere Gemeinde

„Wir“ als Kirchgemeinde sind noch nicht alt. Am 1. Januar 2012 haben wir uns zusammengeschlossen und das freiwillig.

Unsere Kirchgemeinde verbindet Orte über Grenzen hinweg: Wiederitzsch gehört als Stadtteil zu Leipzig. Podelwitz und Rackwitz liegen in Richtung Norden hinter der Stadtgrenze und gehören als Ortsteile zur Kommune Rackwitz. Auch Zschölkau und Hohenossig gehören zu unserer Kirchgemeinde. Diese wiederum sind Ortsteile von Krostitz. Andere Ortsteile von Rackwitz und Krostitz liegen schon in der Nachbarlandeskirche. Das klingt beim ersten Lesen wahrscheinlich schwierig.

Das Gute ist: wir haben „nur“ zwei Kirchen, beide mit romanischen Ursprüngen.

Eine Kirche steht in Wiederitzsch, etwas klein, im Stadtbild kaum zu erkennen. Aber sie birgt einige kleinere und größere Schätze: einen Schnitzaltar von Daniel Gruber aus dem Jahr 1695 und die Heinrichsglocke, eine der ältesten Glocken Sachsens. Die Heizung funktioniert so, dass es auch im Winter gemütlich sein kann.

Die andere Kirche gehört zu Podelwitz. Dort bleibt der Glaube im Winter besonders „frisch“ und wir werden wohl mal Wolldecken-Gottesdienste einführen, wenn wir nicht in den Gemeinderaum ausweichen. Der spitze Turm dieser Kirche ist weit zu sehen: wie eine Nadel, die Himmel und Erde zusammen nähen möchte. Diese Kirche ist bekannt durch ihre besondere Ausstattung. Im nächsten Jahr feiern wir, dass der Podelwitzer Altar vor 500 Jahren in dieser Kirche aufgestellt wurde. Das dreifach wandelbare große Altar-„Bilderbuch“, kunstvoll und wertvoll, wurde von Stefan Hermsdorf gestaltet. Er ist der letzte Altar dieses Künstlers, der noch am ursprünglichen Ort steht und vollständig erhalten blieb. Für dieses wunderbare Glaubenszeugnis sind wir sehr dankbar.

Wir haben vier Friedhofsflächen, leider keinen Kindergarten, dafür zwei Pfarrhäuser jeweils mit Wiese und kleinem „Wald“.

Gottesdienste feiern wir jede Sonntag (in der Regel) in beiden Kirchen 9 Uhr und 10.30 Uhr. Ein Jahr lang müssen die Leute, die in Podelwitz in den Gottesdienst gehen wollen, zeitiger aufstehen, im nächsten Jahr die Leute, die in Wiederitzsch zum Gottesdienst kommen möchten.

Die meisten der Gruppen und Kreisen unserer Kirchgemeinde laden Kinder ein. Aber auch zwei Seniorengruppen gibt es, einen Hauskreis und einen Bibelkreis.

Kirchenmusik geschieht bei uns nur ehrenamtlich. Aber was heißt „nur“? Es gibt einen Chor, der an vielen Sonntagen im Gottesdienst singt. Wir haben Gemeindeglieder, die ehrenamtlich Musik beitragen und sechs Orgelspielerinnen und Orgelspieler, die sich abwechseln.

Ab 1. Januar 2020 werden wir als eine Schwesterkirchgemeinde zu einer großen Region von sechs Schwesterkirchgemeinden gehören: „Region II“ erstreckt sich im Leipziger Norden von Ost nach West von der Kirchgemeinde Taucha-Dewitz-Sehlis bis zur Versöhnungskirchgemeinde Leipzig-Gohlis. Auch dazu gehören die Kirchgemeinden Plaußig-Hohenheida, die Christuskirchgemeinde Eutritzsch und als „anstellende Gemeinde“ die Matthäuskirchgemeinde Leipzig Nordost.

„Im Vertrauen weitergehen“ – das war und ist das Motto, das unsere Kirchgemeinde begleitet. Leben ist immer mit Veränderungen verbunden und auch in Zukunft werden sich Strukturen und Arbeitsweisen in Kirche und Gemeinde weiter verändern. Auf diesen Weg wollen wir uns vertrauensvoll begeben. Gottes guter Geist begleite uns.

Kommen Sie doch mal zu uns und schauen oder hören, z.B. zu einem Gottesdienst oder einem Konzert.

Dorothea Arndt, Pfarrerin

September 2019